Bio-Sprit Debatte - Welthunger oder Sommertheater? |
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| Geschrieben von: Erika Lohe-Saul |
| Donnerstag, den 23. August 2012 um 11:38 Uhr |
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Ein Kommentar von Erika Lohe-Saul Ausgerechnet Grüne und Umweltverbände stärken dem liberalen Entwicklungsminister Niebel den Rücken. Die Interessen im Streit um Tank und Teller sind unterschiedlich verteilt. Niebel könnte z.B. das Überleben der FDP im Hinterkopf haben als den wirklichen Welthunger. Grüne Parteivertreter verschweigen jetzt, dass ihre Partei es war, die zu ihrer Regierungszeit den Biosprit für eine große „Verheißung“ der Motorentechnik gefeiert haben. Immerhin Herr Minister Niebel hat jetzt eine überfällige Debatte angeschoben. Schon in den 80er Jahre hatten Wissenschaftler auf die Schwächen des Biosprits hingewiesen - drohende Vernichtung von Regenwald, Bodenerosionen und die Konkurrenz zum Lebensmittelanbau aufgezeigt. Auch wenn sie heute beteuern, schon immer vor der Verdrängung des Nahrungsmittelanbaus gewarnt zu haben, so waren es SPD und Grüne, die dem Biokraftstoff zu seinem Boom verholfen haben und Schwarz-Gelb ist diesen Irrweg weitergegangen. Eine vermeintliche Klimafreundlichkeit des Biosprits war ein Alibi dafür, dass unsere Autoindustrie vor scharfen Umweltgrenzwerten zu schützen. Der Biosprit sollte dafür sorgen, dass die deutschen Autofahrer nicht auf ihre Spritfresser verzichten müssten. Und was ist den Jahren passiert? Der Agrartreibstoff verschärfte den Welthunger, Kleinbauern werden für die Anlage von großen Soja- und Palmölplantagen von ihrem Land vertrieben Die Preise für Nahrungsmittel schnellten in die Höhe, weil Anbauflächen für Lebensmittel knapp werden. Die Ärmsten der Armen können sich das tägliche Brot nicht mehr leisten. Will man in naher Zukunft Hungerkatastrophen und soziale Unruhen in der dritten Welt verhindern, muss man dem Biosprit den Rücken kehren. Natürlich ist der Biosprit nicht der Sündenbock für jahrzehntelange verfehlte Agrarpolitik in den Drittländern, es gibt noch viele andere Faktoren. Mit einem Verbot von Biosprit , wie es der Herr Minister Niebel fordert, ist es nicht getan. Notwenig ist ein Überdenken der gesamten Energiepolitik. Wichtig wäre auch, dass die sichere Versorgung mit Lebensmitteln eindeutig Vorrang bekommt. Angesichts einer Milliarde hungernder Menschen auf der Welt ist der Anbau von Energiepflanzen in großem Stil schlicht unverantwortlich. Die Politik sollte nicht länger zusehen, wie immer mehr wertvoller Acker in Asien, Afrika und Lateinamerika für Treibstoff geopfert wird. Die Politik sollte mehr auf den Landerhalt der Menschen in ihren Ländern achten!!
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