Ist in Deutschland Kirche und Staat noch getrennt?

Der Hamburger Senat beabsichtigt, in einigen Wochen einen Staatsvertrag mit drei muslimischen Vereinen abzuschließen, um den in Hamburg lebenden muslimischen Bürgern mehr Rechte einzuräumen. Diese Mitteilung war der Presse nur eine Kurznotiz wert.

Die Deutschen Konservativen in Hamburg und Schleswig-Holstein sind der Meinung, dass vor Unterzeichnung eines solchen Vertrages, über dessen Inhalt bisher nur Fragmente der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, die christliche Bevölkerung zu befragen sei.

 

Zu diesen Zweck haben sich Vorstandsmitglieder der Deutschen Konservativen aus HH und SH an Sonntagen auf die Straße begeben und die Meinung christlicher Bürger zu erkunden und Unterschriften zu sammeln, die dem Hamburger Senat übergeben werden sollen.

Mit Überraschung und Unverständnis reagierten allerdings die Vorstandsmitglieder, als sie wenige Minuten nach Beginn der Aktion vor der evangelischen Kirche St. Gertrud von der dortigen Pastorin Christine Cornelius des Platzes vor der Kirche verjagt wurden. Auf Befragen erklärte die Pastorin, dass sie die geplante Vertragsunterzeichnung für gut befinde (obwohl sie zum derzeitigen Zeitpunkt vermutlich ebenfalls nicht den vollen Wortlaut kennen konnte).

Nach diesem Erlebnis fragen sich die Deutschen Konservativen, sind unsere christlichen Kirchen wirklich noch unabhängig oder sind sie inzwischen zu Sprachrohren der Politik geworden?

Ganz anders allerdings war die Haltung der Christengemeinde Elim, nur wenige hundert Meter von St. Gertrud entfernt. Hier wurden die Konservativen freundlich empfangen und es gab reges Interesse und Informationsbedarf der Gemeindemitglieder. Nach konstruktiven Diskussionen zum Thema konnten 70 Unterschriften gesammelt werden. Das Versprechen, auch an den kommenden Sonntagen wieder Aufklärungsarbeit zu leisten, wurde mit großem Zuspruch entgegengenommen.

Den Deutschen Konservativen zeigte sich wieder einmal, wie wichtig es ist, die Bevölkerung zu befragen und Aufklärungsarbeit zu leisten auch außerhalb von Wahlkampf-Zeiten, um so der Politikverdrossenheit entgegen zu wirken.

Ursula Saul

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