Knast-Propaganda an Heiligabend

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Knast-Propaganda an Heiligabend

Man sollte meinen, dass der gesetzlich vorgeschriebene Bürgerfunk ein gewisses Korrektiv zum eigentlichen Programm der Lokalradios darstellt.

Stattdessen wird Heiligabend zur Knast-Propaganda missbraucht. Unter dem Titel „Lauras Welt – Die Brücke: Weihnachten in Unfreiheit! Wie gehen Inhaftierte damit um“ sendete „FLoK“ (Freier Lokalrundfunk Köln) ab 20:00 Uhr mehrere Beiträge, in denen Strafgefangene zu Wort kamen. In deren Augen ist es unverständlich, dass der Staat Ihnen Weihnachten „verbietet“. Schließlich erhalten die Gefangenen nur Würstchen mit Kartoffelsalat. Mehr weihnachtliches geben die Bestimmungen nicht her. Das die Insassen ihre Inhaftierung selbst zu verantworten haben, scheint diesen aber nur am Rande bewusst zu sein.

Das schlimme ist allerdings die Berichterstattung selber. FLoK verkauft die Häftlinge als unschuldige Opfer eines ungerechten Systems und räumt ihnen die entsprechende Sendezeit ein. Solche Beiträge sind ein Hohn gegenüber der ehrlichen Bevölkerung. Die einzelnen Anbieter des Bürgerfunks müssen sich nicht wundern, wenn deren Existenzrecht immer wieder in Frage gestellt und deren Abschaffung gefordert wird.

Auch wir halten eine Reformierung des Bürgerfunks für angebracht. Es müssen klare Regelungen formuliert werden, welche der o.g. Art der Propaganda Einhalt gebieten.

 

 

2017-12-25T17:10:55+00:00 25. Dezember 2017|Köln, Nordrhein-Westfalen|